Muttertag. Letztes Heimspiel. Saisonabschluss. Grillen. Genauso sah die Agenda vor exakt einem Jahr für den 1. FC Eimsbüttel aus. Doch dieses Mal, am 10. Mai 2015, waren die Vorzeichen komplett andere. Hinter dem jungen Verein und der bunten ersten Mannschaft liegt ein Jahr des Wandels. Das letzte Heimspiel 2014 ging mit 2:10 deutlich in die Buxe. Manch einer auf dem Wolfgang-Meyer-Sportplatz konnte sich daran gar nicht mehr erinnern. In der Spielzeit 2014/2015 ist der FCE angekommen in der Kreisklasse 5, kein Fallobst mehr, sondern in vielen Partien gar der Favorit. So auch am Sonntag, als der Viertplatzierte Standard Alu seine Visitenkarte an der Hagenbeckstraße abgab.

Im Hinspiel gab es beim 4:3 aus Sicht der Eimsbütteler ein ordentliches Spektakel mit einer hektischen Schlussphase. Jetzt, bei Sonnenschein und einem lauen Lüftchen, zeigten sich beide Teams nicht ganz so angriffslustig. In Durchgang eins gab es kaum echte Tormöglichkeiten. Die Schlussmänner auf beiden Seiten kamen jedenfalls nicht ins Schwitzen. Die Angriffsbemühungen der Gastgeber erinnerten ein bisschen an das Donnerstagstraining. Auch da gingen die Schüsse meilenweit am Tor vorbei. Und weil auch die Gäste kein rechtes Mittel fanden, um die Eimsbütteler Abwehr in Bedrängnis zu bringen, ging es torlos in die Pause.

Jan-Philipp Perschel (l.) und Kevin Kröger siegten zum Saisonabschluss mit dem FCE 1:0.

Jan-Philipp Perschel (l.) und Kevin Kröger siegten zum Saisonabschluss mit dem FCE 1:0.

Kurz nach dem Seitenwechsel zappelte der Ball dann aber doch im Netz. Alassane „Hassan“ Djabirou ließ zwei Gegenspieler stehen, zog im 16er einfach mal ab und irgendwie schlug der Ball – über Bande mit dem Alu-Torwart – oben im Winkel ein – 1:0 für den FCE. Die Eimsbütteler hätten sogar noch einen drauflegen können. Doch Kevin Kröger traf nur den Pfosten und Cesar Luis Aguilar Altamirano setzte den Abpraller über das leere Tor. War der Pfostenschuss vielleicht Ergebnis fehlerhafter Kontaktlinsen? So mutmaßte es jedenfalls draußen jemand aus vertrautem Kreise des Kapitäns.

Für die Eimsbütteler war es ein perfekter Abschluss einer starken dritten Saison. Zu-Null-Spiele kannte der FCE bis vor einem Jahr nur aus der umgekehrten Perspektive. Doch das ist Vergangenheit. Mit Platz drei im Abschlusstableau ist eine ordentliche Marke gesetzt. Ob dieses Level gehalten werden kann, wird die Zukunft zeigen. Klar ist aber: Der FCE ist jemand im Hamburger Fußball. Das belegen auch die zahlreichen Neuzugänge, die sich den Eimsbüttelern im Laufe der Saison angeschlossen haben. Das Überangebot an Akteuren soll aber nicht zu einem Problem werden – im Gegenteil: Für die nächtse Spielzeit ist eine kreative Lösung gefunden. Mehr dazu folgt in den nächsten Wochen.