Die Voraussetzungen für den Start ins neue Jahr hätten für den FCE nicht besser sein können. Eine intensive Vorbereitung seit Anfang Januar, die freie Auswahl beim Personalpuzzle mit 16 Spielern im Kader und ein Gegner, der nur zu acht angereist war. Doch zunächst gab es für die Eimsbütteler einen Schuss vor den Bug. Nach fünf Minuten gingen die dezimierten Gäste in Führung. Der FCE noch im Winterschlaf? Während Rissen in der Folgezeit immerhin noch den neunten Mann mobilisieren konnte, erspielten sich die Hausherren doch klare Feldvorteile. Nach einer beinahe unendlichen halben Stunde sprang dann auch Zählbares heraus: Winterneuzugang Miguel Ordonez Cano traf zum 1:1. 15 Minuten und einige Chancen später legte er dann mit dem Pausenpfiff zum 2:1 nach.

 Nach dem Seitenwechsel bekam der FCE dann endgültig die Partie in den Griff. Leo Baalmann, Leihgabe der zweiten Mannschaft, erzielte in der 51. Minute nach einem langen Ball das 3:1. Immer wieder spielten sich die Eimsbütteler in den Rissener Strafraum vor, doch im Abschluss fehlte die letzte Konsequenz. Der ein oder andere dürfte sicherlich darüber nachgedacht haben, wie viele Tickets der in der Rückrunde wegen eines Auslandsaufenthalts fehlende Top-Torjäger Noah Freyer wohl geknipst hätte. Erst in der 77. Minute besorgte Karil De la Hoz Rios den vorentscheidenden Treffer zum 4:1. Die Schlusspunkte setzte dann noch einmal der nun in den Sturm vorgerückte Leo Baalmann. Zunächst veredelte er eine feine Vorlage aus kurzer Distanz zum 5:1, um mit dem Schlusspfiff einen direkten Freistoß ins linke obere Eck der tapfer kämpfenden, aber am Ende kraftlosen Rissener.

 Nach einem Schockmoment also doch ein Start nach Maß für den FCE. Zwei Themen werden jedoch mit Spannung im weiteren Verlauf der Saison zu beobachten sein: Erstens: Wirkt sich das beinahe schon Überangebot an Spielern auf die Stimmung im Team aus? Immerhin fanden sich heute bisherige Stammkräfte auf der Bank oder gar nicht im Kader wieder. Und Zweitens: Gelingt es, die Chancenauswertung zu verbessern. Denn nicht jeden Sonntag geht es gegen Widersacher in Unterzahl. Ein so fahrlässiger Umgang mit Einschussmöglichkeiten kann sich dann schnell rächen.

Thomas Jordan