Auf dem Sportplatz von Nienstedten hatte der FC Eimsbüttel noch einen unbezahlten Deckel liegen: Im letzten Spiel der Vorsaison standen die Eimsbütteler gegen Ende verletzungsbedingt nur noch zu zehnt auf dem Platz und verloren unglücklich mit 1:2. Im letzten Spiel dieses Jahres sollte die offene Rechnung nun beglichen werden.

Die Gäste begannen stark, spielten sich gleich eine Handvoll Tormöglichkeiten heraus. Doch an diesem kalten Herbsttag zeigte der FCE eine lange nicht gesehene Abschlussschwäche. Und so gingen kurioserweise die Hausherren auf dem nagelneuen Kunstrasenplatz in der 21. Minute durch Tobias Barenthin in Front. Doch nur zwei Minuten später konnte FCE-Kapitän Kevin Kröger die Führung egalisieren. Im Folgenden gestalteten beide Mannschaften eine ausgeglichene Partie, in der sich Eimsbüttel jedoch ein kleines Übergewicht erarbeitete, doch die Angriffe waren nicht zielgerichtet genug. Statt selbst einen Treffer nachzulegen, kassieren die Gäste drei Minuten vor der Pause nach einer Unsicherheit in der Verteidigung das zweite Gegentor: Tim Bozek erzielte das 2:1.

Die ersten 45 Minuten wurden in der Halbzeit reichlich diskutiert. Nicht immer sachlich und konstruktiv. Zwei Minuten nach dem Seitenwechsel waren die Eimsbütteler anscheinend immer noch zu sehr mit sich selbst statt mit dem Gegner beschäftigt. Statt eine Situation am eigenen Strafraum konsequent zu klären, wurde das Klein-Klein-Spiel von den Gastgebern bestraft und Tobias Barenthin netzte zum 3:1 ein. Für den FCE eigentlich kein Problem. Schon mehrmals konnte die Mannschaft in dieser Saison Zwei-Tore-Rückstände aufholen. Auch dieses Mal? Von den Spielanteilen her war Eimsbüttel überlegen. Aber Nienstedten war alles andere als ein Sparringpartner. Der FCE erhöhte den Druck auf das Tor der Gastgeber. Doch mehr als ein paar Ecken und einige Freistöße in aussichtsreicher Position – die aber allesamt verpufften – sprangen dieses Mal nicht raus. Es brauchte mal wieder eine dieser einfachen, aber genialen Ideen von Torjäger Noah Freyer. In der 72. Minute fasste er sich ein Herz, zog aus 20 Metern trocken ab und versenkte die Kugel im rechten unteren Eck – nur noch 3:2. Für mehr reichte es aber dieses Mal nicht, am Ende stand die dritte Niederlage der Saison auf dem Papier – und statt den Deckel aus der Vorsaison zu begleichen, sind einige Striche mehr auf die Rechnung gekommen.

Nienstedten

Fazit: Eine vollkommen unnötige Niederlage für die Eimsbütteler, die sich das Leben selbst schwer gemacht haben. Statt die Feldvorteile in Tore umzumünzen, wurde mit den Mitspielern und dem Schiedsrichter gehadert. Das sahen nach der Partie auch die Spieler ein. Bleibt zu hoffen, dass sie daraus die richtigen Schlüsse ziehen und sich im kommenden Jahr wieder auf ihre Stärken besinnen. Denn am Ende lügt die Tabelle nicht. Und da steht der FCE nach 18 Spielen auf einem hervorragenden dritten Platz.

Thomas Jordan