Die Vorfreude war groß, der Wille auch – doch auf dem Feld gab es für den 1. FCE Eimsbüttel beim Gastspiel gegen den HFC Falke am Sonnabend nichts zu holen. Mit 0:7 fiel das Ergebnis mehr als deutlich aus.

Anpfiff, Anstoß, Gegentor

Nur selten stießen die Eimsbütteler so entschlossen vor wie hier Miguel Angel Ordonez Cano.

Nur selten stießen die Eimsbütteler so entschlossen vor wie hier Miguel Angel Ordonez Cano.

Regenwolken über dem Rudi-Barth-Sportplatz, ein Donnerwetter auf dem Rasen – jedenfalls für den 1. FC Eimsbüttel. Offiziell waren 632 Zuschauer zum ersten Spiel des HFC Falke auf dem neuen Heimgrund in der Waidmannstraße gekommen. Schon beim Aufwärmen schien es, als seien die Eimsbütteler von dieser Kulisse ein wenig eingeschüchtert – es war ungewöhnlich ruhig zwischen den Spielern. Dieser Eindruck setzte sich nach dem Anpfiff fort. Es dauerte keine 30 Sekunden, da drückte Angelo Litrico den Ball per Kopf zum 1:0 für die Falken über die Linie. Und das, obwohl der FCE Anstoß hatte. Die Gäste waren im Vergleich zum 8:2 gegen den HGSV aus der Vorwoche kaum wiederzuerkennen. Ein Spielaufbau fand nicht statt, die Pässe kamen nicht an. Folgerichtig stand es nach zehn Minuten 2:0. Jan Ramelow setzte einen Freistoß aus 20 Metern humorlos ins untere rechte Eck des FCE-Tores. Keeper Stefan Hohmann berührte den Ball zwar noch, konnte aber auch diesen Treffer nicht verhindern. Eimsbüttel fand dann etwas zu sich. Die Gäste spielten sich sogar mal in Richtung des gegnerischen Tores. Doch ab Höhe 16er fehlte die Konzentration und der Wille zum Abschluss. In der 25. Minute konnte ein weiterer Angriff der Falken wieder nur per Foul unterbunden werden. Jan Ramelow brachte den Ball dieses Mal präzise in den Strafraum, wo Onno Lorenzen mühelos zum 3:0 einköpfte. Und es kam noch schlimmer. Mit dem Pausenpfiff kam ein unkontrollierter flacher Ball in den 16-Meter-Raum des FCE. Doch niemand sah sich im Stande, die Kugel aus der Gefahrenzone zu klären. Tobias Herbert sagte danke und schoss zum 4:0-Halbzeitstand ein.

Mit dem Elfmeter zum 7:0 setzte Marcel Voß den Schlusspunkt.

Mit dem Elfmeter zum 7:0 setzte Marcel Voß den Schlusspunkt.

Auch nach dem Seitenwechsel schaffte es der FCE nicht, die großartige Kulisse aus den Köpfen zu bekommen. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff war es erneut eine Standardsituation, die Christopher Dobirr zum 5:0 verwertete – dabei wurde gerade das in der vergangenen Trainingswoche eingeübt. Anschließend rissen sich die Eimsbütteler etwas zusammen – oder schaltete der HFC einen Gang zurück? Jedenfalls waren die Angriffe des FCE nun zielgerichteter und es gab sogar aussichtsreiche Torabschlüsse. Ein Ehrentreffer wäre durchaus drin gewesen. Stattdessen klingelte es aber auf der anderen Seite. Nachdem FCE-Torwart Stefan Hohmann mal wieder eine der zahlreichen Falke-Flanken entschärft hatte, nutze Björn Jan Naruhn einen Abpraller zum 6:0 (75. Minute) – Touchdown hätte man beim Football gesagt. Und um in der Sportart zu bleiben: Die Falken bekamen auch noch die Chance zum Extra-Punkt. Nach einer eigentlich schon geklärten Situation entschied der Unparteiische in der 90. Minute auf Strafstoß für die Gastgeber. Marcel Voß trat an und vollendete zum 7:0. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Regen längst verzogen und die Sonne strahlte pünktlich zum Schlusspfiff mit den Falken um die Wette.

Mund abputzen, weitermachen

Fazit: Mit etwas mehr Konzentration und weniger Staunen vor dieser einmaligen Kulisse wäre für die Gäste wohl mehr drin gewesen. Weil das aber fehlte, geht der Falke-Sieg mehr als in Ordnung. Doch so deutlich das Ergebnis auch sein mag: Es ist kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Gegen den HFC werden auch andere Teams ihre Probleme haben. Sicher ist jedoch, dass die Eimsbütteler Spieler um eine Erfahrung reicher sind und sich umso mehr auf das Rückspiel gegen die – ohne Zweifel – starken Falken freuen.

Thomas Jordan